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Die Macht der Hormone - ein Interview

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ARTIKELÜBERSICHT
Nach der Geburt meiner dritten Tochter im Jahre 2005 ging es mir zusehends schlechter. Ich hatte über 3 Monate eine eitrige Stirnhöhlenentzündung, die auch mit Antibiotika […]
Gott sei Dank lernte ich Ärzt*innen und Therapeut*innen kennen, die mich ernst nahmen und mich auf meinem langen Weg der Genesung begleiteten. Allein durch Zufuhr von Schilddrüsenhormonen verschwanden viele Symptome […]
Das Thema Hormone spielt eine große Rolle, da viele Frauen im Coaching von klassischen Hormonmangelsymptomen berichten, wie z.B. Erschöpfung, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Hormone steuern so ziemlich alles in unserem Körper. […]
Ich würde mal sagen, das ist auf jeden Fall zum einen Estradiol. […]

„Ich habe gelernt mir und meinem Körper zu vertrauen. Ich wusste immer, dass meine Beschwerden körperlicher Natur sind, obwohl man versucht hat mir das Gegenteil einzutrichtern. In meiner jahrelangen Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass fast alle Symptome, egal ob physischer oder psychischer Natur biochemische Ursachen haben und die gilt es herauszufinden und zu beheben“ In diesem spannenden Interview mit Katharina Burkhardt erzählt sie, wie wichtig ein ausgeglichener Hormonhaushalt für unsere Gesundheit ist. […]

Was war der Grund, dass du dich in das Thema der Hormone eingearbeitet hast?

Nach der Geburt meiner dritten Tochter im Jahre 2005 ging es mir zusehends schlechter. Ich hatte über 3 Monate eine eitrige Stirnhöhlenentzündung, die auch mit Antibiotika nicht in den Griff zu bekommen war. Ich fühlte mich ausgelaugt, desorientiert, hatte panikartige Zustände und Schlafstörungen. In der Früh fühlte ich mich als hätte mich ein Traktor überfahren und tagsüber war ich teilweise so benebelt, dass ich nicht mehr wusste, wie ich den Tag überstehen sollte. Ich nahm in einem halben Jahr 30 kg zu und war einfach nur verzweifelt.

Interessanterweise wurde bei mir bis zu dieser Zeit in den Schwangerschaften keine Schilddrüsendiagnostik gemacht. Auch auf mein Nachhaken „verweigerte“ man mir eine Bestimmung der Schilddrüsenparameter und die Krönung der ganzen Geschichte war, dass man mir mit meinen Symptomen eine Postpartum-Depression andichtete, obwohl mein Baby das Einzige war, das mich irgendwie beruhigte und interessierte.

Die Rettung war mein damaliger HNO-Arzt, der mich und meine Symptome als Einziger ernst nahm und im Labor eine ganze Latte an Nährstoffen und Schilddrüsenparametern bestimmen ließ und da fiel es mir und auch einigen Kollegen wie Schuppen von den Augen. Mein bTSH war bei knapp 100, mein Vitamin D Spiegel bei 9 und fast alle anderen Vitamine und Mineralstoffe weit unterhalb der Norm. Endlich wusste ich, warum ich mich so hundeelend fühlte. Zu der damaligen Zeit stieß ich auch auf die Hormonselbsthilfe in Deutschland und machte meinen ersten Hormonspeicheltest. Ich hatte ein Hormonprofil wie eine 80jährige Frau.

Durch die transdermale Zufuhr von Hormonen habe ich eine starke Verbesserung vieler Symptome erlebt
Katharina Burkhardt

Wie hast du deine Probleme in den Griff bekommen?

Gott sei Dank lernte ich Ärzt*innen und Therapeut*innen kennen, die mich ernst nahmen und mich auf meinem langen Weg der Genesung begleiteten. Allein durch Zufuhr von Schilddrüsenhormonen verschwanden viele Symptome und die Lebensgeister kehrten langsam zurück. Ich probierte wirklich sehr viel aus, manches half, manches nicht. Dennoch ist die Hashimoto-Thyreoiditis eine immer noch sehr herausfordernde Erkrankung mit vielen Begleitern, wie z.B. Intoleranzen, Epstein-Barr Virus, Borreliose und anderen Symptomen, die mich weiterhin dazu lernen lässt, um in dem weiten Feld der Autoimmunerkrankungen wertvolle und gesundheitsfördernde Ansätze aufzuzeigen.

Ich habe gelernt mir und meinem Körper zu vertrauen. Ich wusste immer, dass meine Beschwerden körperlicher Natur sind, obwohl man versucht hat mir das Gegenteil einzutrichtern. Deshalb nehme ich auch jeden Menschen mit seinen Vermutungen und Empfindungen ernst. Diese erfindet er ja nicht, um den Therapeuten und/oder die Ärztin zu ärgern und schon gar nicht, um in die Psychoecke abgeschoben zu werden. In meiner jahrelangen Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass fast alle Symptome, egal ob physischer oder psychischer Natur biochemische Ursachen haben und die gilt es herauszufinden und zu beheben.

Durch die transdermale Zufuhr von Hormonen habe ich eine starke Verbesserung vieler Symptome erlebt, insbesondere durch mein Lieblingshormon Estriol, vor allem was Haut, Haare, Verdauung und Schlaf betrifft.

Du arbeitest als Coach und Supervisorin. Wenn Frauen mit Problemen zu dir kommen, inwieweit spielt das Thema Hormone eine Rolle?

Das Thema Hormone spielt eine große Rolle, da viele Frauen im Coaching von klassischen Hormonmangelsymptomen berichten, wie z.B. Erschöpfung,
Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Hormone steuern so ziemlich alles in unserem Körper. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie auch in der
psychologischen Beratung eine große Rolle spielen (sollten). Es ist/wäre eine große Bereicherung für Therapeut*innen, sich der grundlegenden hormonellen Abläufe im Körper bewusst zu werden und bei Bedarf oder Verdacht in dieser Richtung, Unterstützung von geschultem Fachpersonal in Anspruch zu nehmen.
In jahrelanger Praxis hat sich gezeigt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen bestimmten Symptomen und hormonellen Dysbalancen im menschlichen Körper gibt. Ein durch Beobachtung dokumentierter Zusammenhang zwischen Symptomen und Hormonmängeln, bietet eine zusätzliche Möglichkeit für TherapeutInnen, bei ausbleibendem Therapieerfolg, diesen Aspekt in ihre tägliche Arbeit einfließen zu lassen.

Welches sind die Hauptakteure im hormonellen Zusammenspiel bei Frauen?

Ich würde mal sagen, das ist auf jeden Fall zum einen Estradiol.

Es fördert: 
das Wachstum der weiblichen Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eileiter,Gebärmutter, Schamlippen, Brust)
das Längenwachstum bei Mädchen und den Abschluss des Längenwachstums durch Verschluss der Wachstumsfugen
ein starkes Wachstum der Gebärmutterschleimhaut in der proliferativen oder Estrogenphase (=erste Zyklushälfte), in der die nur mehr dünne Schleimhaut
der Gebärmutter nach der Regelblutung wiederaufgebaut wird
den Fetteinbau an den für die weibliche Figur typischen Stellen

Außerdem wirkt Estradiol dem Knochenschwund (Osteoporose) entgegen. Einen Mangel an Estradiol beobachtet man häufig im Wechsel und in der
Menopause, da der Estradiolspiegel mit zunehmendem Alter immer weiter sinkt. Aber auch junge Frauen können einen verminderten Estradiolspiegel aufweisen.

Mögliche Folgen eines Estradiolmangels:

Trockene Haut
verminderte Libido
Schwitzen/Schweißausbrüche
Schlafstörungen
Hitzewallungen
brüchige Nägel
Schmierblutungen
Haarausfall
unregelmäßige Zyklen
vermehrte Gesichtsbehaarung
Herzstechen und- stolpern
Erschöpfung
Osteoporose
depressive Verstimmungen

Und das zweite wichtige Hormon ist das Progesteron  . Es wird bei Frauen in den Eierstöcken gebildet, und zwar vor allem im sogenannten Gelbkörper. Der
Gelbkörper ist eine Ansammlung fettreicher, hormonproduzierender Zellen. Er entsteht in der zweiten Hälfte des Zyklus aus Zellen desjenigen Follikels, aus dem das Ei entsprungen ist.

Mögliche Folgen eines Progesteronmangels: 
starke Menstruation
Prostatabeschwerden
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Rückenschmerzen
schmerzhafte Brüste
Zahnfleischentzündungen
Zysten, Myome
Neigung zu blauen Flecken
Fehlgeburten
kalte Hände und Füße
Gewichtszunahme
Infektanfälligkeit
zyklische Kopfschmerzen
Ödeme
Kinderlosigkeit
Depressionen
verminderte Libido
Selbstmordgedanken
Schlaflosigkeit
Koordinationsschwäche
Zwischenblutungen
Aggressionen
Gedächtnisschwäche
krankhafte Eifersucht
Kreislaufschwäche, Schwindel
Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Überreaktionen
dunkle Augenringe
Weinkrämpfe, Hysterie
Akne
Ängste

Kannst du uns eine kurze Beschreibung geben, was Hormone sind und was passiert, wenn sie aus dem Gleichgewicht kommen?

Der Begriff Hormon (griechisch hormáō „antreiben“) ist eine unterschiedlich definierte Sammelbezeichnung für verschiedene biochemische Botenstoffe, die von spezialisierten Zellen produziert und abgegeben und über die Blutbahn transportiert werden, um spezifische Wirkungen oder Regulationsfunktionen an den Zellen der Erfolgsorgane zu verrichten. Entscheidend für die Hormonproduktion ist die Ausrüstung innerhalb der Zelle mit charakteristischen Enzymen. Hormone steuern lebenswichtige Funktionen wie Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel, Ernährung, Körpertemperatur sowie unseren Salz- und Wasserhaushalt. Sie regeln das Wachstum, die Entwicklung zu Frau oder Mann und unsere Fortpflanzung. Hormone beeinflussen unsere Stimmung und unser Verhalten.
Wenn sie aus dem Gleichgewicht kommen, kommt es zu vielen unterschiedlichen Beschwerden, siehe „Folgen eines Estradiol- und Progesteronmangels“ weiter oben.

Was sind Auslöser von Hormonproblemen?

Das kann vieles sein, z. B. Medikamente wie die Pille, Psychopharmaka, Antibiotika, Schwangerschaften, Fehlgeburten, Abtreibungen, Eierstock/Gebärmutterentfernung, ungesunde Ernährung, Nährstoffmangel, Übersäuerung, Überforderung, Bewegungsmangel, Schwermetallbelastung, Umweltgifte, Impfungen, Drogen, Alkohol, Nikotin, Schlafmangel und Stress, um die wichtigsten zu nennen. Vor allem die Xenohormone seien hier genannt.
Xenohormone sind Umweltchemikalien mit hormoneller Wirkung. Sie gelangen durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt und greifen in die Funktionskreise des Hormonsystems ein. Die Effekte können sowohl androgener als auch estrogener Wirkung sein und zwar bereits in sehr niedrigen
Konzentrationen. Die Folgen sind z.B. unterentwickelte Geschlechtsorgane, 50% Spermienrückgang seit 1938, Zunahme von Krebs, Prämenstruelles Syndrom,
Unfruchtbarkeit, Übergewicht und psychische Störungen. Xenohormone sind versteckt in Lösungsmitteln, Klebstoffen, Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden,
Autoabgasen, Seifen, Duftstoffen, Haarfarbe, Kosmetika, Plastik (außer PP), PCB, Dioxine, Mastfleisch, Weichspüler, Weichmacher, Kleiderfarben, Leder, Nagellack und- entferner, Deos mit Phtalaten, Desinfektionsmittel u.v.m.

Was kann Frau selbst tun um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen und ihrer Hormongesundheit etwas Gutes zu tun?

Als allererste und wichtigste Regel gilt: „Hör auf Dein Gefühl!“ Du bist Dir selbst am nächsten. Dein Körper ist ein Wunderwerk der Natur und er weiß ganz genau was er braucht und was ihm guttut.
Immer noch wird unser Lebensstil in Bezug auf unsere Gesundwerdung unterschätzt. Auf die Frage, was kann ich denn sonst noch tun, erhält man als Patient oft die lapidare Antwort: „Machen sie einfach so weiter wie bisher.“
Das ist völliger Quatsch!
Hier die Lifestyle Basics:
Trinke täglich dein Körpergewicht mal 30 ml Leitungswasser.
Ernähre dich frisch, regional, saisonal und wenn möglich biologisch, zuckerfrei und basisch und verwende hochwertige Omega3 Öle.

Mach Sport und Bewegung, die dir Freude macht und idealerweise deine Gelenke schont, wie z.B. walken, Rad fahren, schwimmen, Yoga, Qi Gong.
Praktiziere Methoden zur Stressbewältigung, wie z.B. die Kohärenz des Herzens, Meditation und/oder Qi Gong.
Gleiche Nährstoff- und Hormonmängel aus und entgifte deinen Körper einmal im Jahr, idealerweise im Frühjahr.
Vermeide unnötige Gifte, wie z.B. Koffein, Nikotin, Alkohol, raffinierten Zucker und künstliche Süßstoffe.
Verzichte auf Zusatzstoffe aller Art, wie Süß-, Farb-, Konservierungsstoffe.
Benutze Kosmetik- und Haushaltsprodukte ohne chemische Zusätze. (codecheck.info)
Mache einmal im Jahr eine Darmreinigung und anschließende Sanierung.
Vermeide Reizüberflutung durch E-Smog, Computer, Handy und Fernsehen.
Lass einmal im Jahr ein Blutbild inklusive Nährstoffe und Schilddrüse machen und checke deine Hormone im Speichel.
Kümmere dich auch um dein psychisches Wohlbefinden, indem du eine Bedürfniskultur etablierst und eine Vision für dein Leben kreierst.

Katharina Burghardt ist eine inspirierende Frau, die einen wunderbaren Weg gefunden hat, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Ihr Buch „Tanz mit den Hormonen“ ist eine leserfreundliche Einführung in die Welt der Hormone.
Wenn du gerne mehr über Katharina Burkhardt erfahren möchtest, geht`s hier zu ihrer Webseite.

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